Zurück aus dem Urlaub

Es ist schon etwas länger her seit es hier etwas von mir zu lesen gab. Wie so vieles im Leben gab es dafür einen Grund. Ich habe mir eine Woche Auszeit von all dem Stress, der Großstadt-Hektik und dem Alltag genommen und für sieben Tage im „SENSIMAR Royal Palm Resort & Spa“ eingecheckt, einem neu gebauten Hotel auf Fuerteventura (Kanarische Inseln). Dieser Bericht wird also eine Kerbe schlagen und nur einen kleinen Teil mit meinem Hobby Laufen zu tun haben. Vielmehr lautet mein Auftrag für diesen Beitrag euch ein wenig von meinem Urlaub zu erzählen, euch Fotos zu zeigen und Lust auf mehr zu machen.

Abschalten

Dieser Urlaub war von Anfang an auf Abschalten ausgelegt. Demnach verwundert es nicht, dass ich während der Zeit auf Fuerteventura nur einmal laufen war. Mein Lauf an sich war auch nicht der Rede wert. Ich bin nachmittags am Strand entlang gelaufen, musste aber auf Grund starkem Gegenwinds nach knapp 3,5 km abbrechen. Ich war fix und fertig, auch wenn die Kulisse fantastisch war. Ich hätte nicht gedacht, dass andere Boden- und Wetterverhältnisse so viel Einfluss auf die eigene Leistung haben. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich noch nie im Leben gelaufen, der gelaufene Halbmarathon erschien für mich allenfalls wie ein Traum.

Aber: Mission erfüllt, Aufgabe abgehakt. Mein Ziel im Ausland zu laufen (und dann auch noch an einem wunderschönen Strand mit türkisfarbenen Meer) ist erfüllt und in meiner Statistik bei Garmin auf ewig festgehalten. Da stört es mich auch nicht weiter, dass die zurückgelegte Distanz vernichtend war. Ich bin glücklich und zufrieden. Den Rest des Urlaubs habe ich an drei sportlichen Kursen teilgenommen:

  1. AquaFit – wie der Name schon sagt: Fitness im Pool. War ganz lustig
  2. Yoga – Nicht so meins. Aber immerhin weiß ich jetzt wie der Krieger 1, der Krieger 2, die Katze, die Kuh, der Löwe und der Sonnengruß funktioniert. Achja, den Schmetterling nicht zu vergessen. Da verlässt mich meine Spiritualität aber auch schon wieder ganz schnell…
  3. BodyForm – klingt harmloser als es ist. Es war furchtbar! Ich hatte noch drei Tage später Muskelkater im Arsch und den Oberschenkeln.

Das war es jetzt aber auch wirklich an körperlich anstrengenden Aktivitäten. Der Rest wird ruhiger. Apropros ruhig…

Das Hotel

Wer sich ein wenig auskennt, der weiß, dass SENSIMAR-Hotels kinderfreie Zonen sind. Alle SENSIMAR-Hotels dürfen erst ab 18 Jahren betreten werden, was äußerst angenehm ist. Nicht, weil ich spießig bin oder Kinder hasse, sondern weil es einfach mal viel entspannender ist beim Abendessen nicht zwischen quengelnden Kindern oder pubertären Kiddis sitzen zu müssen oder am Pool liegen zu können, ohne das man von allen Seiten beschallt wird. Vorzüge, die ich nicht mehr missen möchte. Es war bereits mein zweiter Besuch in einem SENSIMAR-Hotel. Meine erste Erfahrung habe ich in Andalusien gemacht und war sofort begeistert (und entspannt).

Die Kehrseite ist seine Dekadenz. Soweit ich weiß gibt es kein SENSIMAR unter 4 Sterne, was natürlich dekadente und anstrengende Besucher anlockt. Ihr wollt auch gar nicht wissen was mich die Woche jetzt gekostet hat – nur soviel: andere machen dafür 2-3 Wochen Urlaub (inklusive Flug). Die Leute, die als Gäste in dem Hotel anzufinden sind, machen so etwas aber gleich zwei oder drei Wochen und das mehrmals im Jahr – und so verhalten sie sich auch. Als würde ihnen das Hotel gehören. Den Klassiker (reservieren von Liegestühlen und Sonnenschirmen) meine ich dabei noch nicht mal, obwohl das NATÜRLICH auch hier wieder Gang und Gäbe war. Vielmehr meine ich die ganzen kleinen Aufreger, die eigentlich total belanglos sind. Ich werde jetzt keine Beispiele nennen, sonst rege ich mich nur wieder darüber auf.

Das Personal tut mir sehr leid. Einerseits arbeiten sie in eines der schönsten Hotels, die ich je gesehen habe, andererseits müssen sie sich mit ekelhaften, widerlich dekadentem Verhalten herumschlagen – und das Tag für Tag. Ich weiß nicht, ob ich das länger als ein paar Tage aushalten würde bis zu meiner Fußspitze im Arsch dieser Leute einzutauchen. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich weiß nicht, ob man mir die Abneigung anmerkt? Aber egal, richten wir unsere Aufmerksamkeit wieder den schönen Dingen im Leben. Es ist sinnlos sich über etwas aufzuregen, was man eh nicht ändern kann. Nicht umsonst heißt es, dass Geld den Charakter verdirbt.

Die Lage

Fuerteventura ist von den Kanarischen Inseln die geografisch gesehen unspektakulärste Insel. Nach Teneriffa, Gran Canaria und La Gomera bin ich einfach zu verwöhnt, was die verschiedenen Klimazonen und die Vegetation angeht. Auf Fuerteventura gibt es nur eines im Überfluss: Berge und Geröll. Im Grunde ist Fuerteventura eine einzige Sandkiste, der komplette Kontrast zu den Nachbar-Inseln. Touristisch gesehen gibt es auch so gut wie nichts, weshalb sich auch bei uns das komplette Programm im Hotel abgespielt hat. Das war aber auch nicht schlimm, denn ich wollte ja Entspannung 😉 Der nächste Urlaub wird ein Wander-Urlaub über zwei Wochen am Dingle-Way in Irland entlang. Ich werde zu gegebener Zeit berichten, falls Interesse besteht und dieser Bericht gut ankommt.

Aber zurück zum Hotel und dessen Lage. Das Hotel liegt an einem Steilhang, keine 20 Meter vom Strand entfernt auf einer Anhöhe. Über einen Abstieg an der Klippe entlang gelangt man zum Meer. Wäre es noch näher am Strand gebaut worden, läge es wohl im Meer. Also die Lage war nahezu perfekt für jeden Strand- und Meer-Liebhaber. Auf den Fotos weiter unten kann man, denke ich, gut erkennen was ich meine. Sonst gab es weit und breit nichts drum herum, abgesehen von einem anderen Hotel, ca. 500 Meter nördlich. Der nächste Supermarkt lag 30 Gehminuten in Richtung Norden entfernt, etwa 40 Gehminuten Richtung Süden lag Jandria, ein kleiner Ort, wo es auch einige Läden gibt. Beides ist allerdings nicht wirklich sehenswert – zudem hatte unser Hotel ebenfalls eine Shopping-Mal, weshalb es uns eigentlich an nichts fehlte.

Aktivitäten

Wie bereits erwähnt gab es davon nicht sehr viele. Ich war zweimal zur Massage, einer klassischen Ganzkörpermassage und einer hawaiischen „Lomi Lomi Nuri“-Massage mit spezieller Unterarm-Technik. Klingt merkwürdiger als es war. Die war sogar super entspannend, was ich nicht gedacht hätte. Drei oder vier Mal war ich noch in der Sauna und einmal bei einer Buggy-Tour über die Insel, wo auch mal die Westküste der Insel erkundet wurde. Die Buggy-Tour war aber – verglichen mit der von Gran Canaria – eher als Kaffeefahrt zu werten, was ich sehr schade fand. Ich hatte mir etwas mehr Action erhofft. Aber gut, Wunsch erfüllt.

Ansonsten gab es eigentlich nur das Live-Programm als erwähnenswertes Extra, welches jeden Abend um 21 Uhr stattfand. Von merkwürdiger Akrobatik-Show mit semi-professionellen Tänzerinnen über einem verschenkten Talent einer talentierten Opernsängerin bis hin zu einem Gitarren-Duo, einer tollen Flamenco-Show und zwei offensichtlich besoffenen (und schlechten) Sängern war es ein sehr abwechslungsreiches Programm. Es gab sogar ein Quiz-Abend, wo man Geräusche aus dem alltäglichen Leben erraten musste. Das war witzig.

Ich könnte jetzt noch viel mehr über das Hotel und meine Zeit auf Fuerteventura schreiben, aber ich lasse lieber Bilder sprechen. Sagt mir mal, was ihr von solchen Berichten haltet und ob ihr so etwas gerne lest. Der nächste Urlaubsbericht (Dingle-Way-Wanderung in Irland) wird mit Sicherheit noch sehr viel umfangreicher, da ich davon ausgehe unfassbar viel zu erleben.

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4 Gedanken zu “Zurück aus dem Urlaub

  1. Landschaftlich anscheinend wirklich nicht so dolle, aber das Hotel sieht erstmal gut aus. Aber darf man wohl auch erwarten bei den von Dir angesprochenen Preisen. Hauptsache hat Spaß gemacht

    Gefällt mir

    • Hallo Jens,

      danke für deinen Kommentar. Landschaftlich ist Fuerteventura alles andere als sehenswert, das stimmt. Wobei man schon sagen kann, dass man mal da gewesen sein muss – und wenn es nur wegen des Meeres ist. Die Strände dort sind bildschön und erinnern an die Malediven (nur ohne Palmen auf dem Strand).

      Es war sehr erholsam – und nur das zählt letztlich. Von den Kanaren ist und bleibt aber Gran Canaria meine Lieblingsinsel (wenn man mal von Lanzarote und La Palma absieht – den einzigen beiden Inseln der Kanaren, die ich noch nicht gesehen habe).

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  2. Hallo Florian,
    ich liebe die Insel- liegt wahrscheinlich daran dass ich ein halbes Jahr dort gelebt hab. hab dort als Animateurin mein Unwesen getrieben 😉
    Gran Canaria find ich auch ganz toll und Teneriffa ist von der Vegetation sicher die schönste Insel. Die restlichen kleinen Inselchen der Kanaren kenn ich selbst auch nicht.

    Ich mag übrigens deinen Schreibstil 🙂
    Alles Liebe,
    Sabine

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